News / Vier MYC-Teams bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft am Attersee

Sommersegeln vom Feinsten – und ein 84-jähriger Staatsmeister zeigt der Konkurrenz, wie Regattasegeln geht.

Vom 30. Juli bis 2. August 2026 traf sich die internationale Drachenklasse im Union-Yacht-Club Attersee zur Österreichischen Staatsmeisterschaft. Mit vier Mannschaften stellte der Münchner Yacht Club rund 10 % des gesamten Starterfeldes – ein beeindruckendes Zeichen für die internationale Präsenz unseres Clubs.

Für den MYC gingen an den Start:

  • GER 1241 – Herbert Eisenlohr mit Ursula Eisenlohr und Sarah Wiesler
  • GER 1253 – Roman Schmitt mit Franziska Heue und Hansi Feil
  • GER 1077 – Constanze Ocker mit Ines Roßley und Martina Hopf
  • GER 1110 – Philipp Schäfer mit Alexander Giandomenico und Mauricio Miranda

Philipp musste die Meisterschaft leider bereits frühzeitig verlassen, wodurch seine Mannschaft nicht die gesamte Serie zu Ende segeln konnte.

Schon der erste Wettfahrttag zeigte, dass der Attersee seine ganz eigenen Gesetze schreibt. Trotz aller Bemühungen des Wettfahrtleiters blieb der Wind am Donnerstag aus, sodass keine Wettfahrt zustande kam.

Dafür wurden wir am Freitag umso mehr belohnt. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen zwei bis drei Beaufort konnten zwei wunderschöne Wettfahrten gesegelt werden. Unser Team erwischte mit einem 10. und 11. Platz einen gelungenen Einstieg in ein hochklassig besetztes Feld.

Ein Blick auf die Meldeliste machte schnell deutlich, welches sportliche Niveau hier am Start war. Viele der Spitzenteams vertrauten auf internationale Profisegler an Bord. Umso reizvoller ist es, sich mit den Besten Europas zu messen und genau aus solchen Regatten wertvolle Erfahrungen für die eigene Mannschaft mitzunehmen.

Am Freitagabend zeigte der Attersee dann seine zweite Seite. Ein kräftiges Gewitter mit Böen von bis zu 100 km/h zog über den See und sorgte für eine beeindruckende Naturkulisse. Nach einem ausgezeichneten Abendessen ließen wir den Tag in geselliger Runde an der Bar ausklingen.

Der Samstag begann zwar mit strahlendem Sonnenschein, jedoch leider ohne Wind. Gegen Mittag versuchte der Wettfahrtleiter noch einmal, das Feld aufs Wasser zu schicken. Doch der Wind wollte einfach nicht mitspielen. Stattdessen wurde die Wartezeit bei einer gemeinsamen Partie Boule bestens überbrückt. Erst gegen 18 Uhr reichte der Wind schließlich für eine weitere Wettfahrt – Geduld gehört im Regattasegeln eben genauso dazu wie perfekte Starts.

Der Sonntag entschädigte schließlich für alles. Der für den Attersee berühmte Rosenwind, ein thermischer Südwind, der an heißen Sommertagen für konstante und faire Bedingungen sorgt, bescherte uns einen perfekten Regattatag. Bei hochsommerlichen Temperaturen, wolkenlosem Himmel und traumhaften Segelbedingungen wurden gleich vier Wettfahrten durchgeführt. Der Wettfahrtleiter nutzte das Wetterfenster konsequent aus und ließ zwischen den Rennen kaum Zeit verstreichen. So entstanden intensive Wettfahrten, bei denen das traditionelle Hafenrennen zum Abschluss noch einmal für besondere Spannung sorgte.

Ein besonderes Ausrufezeichen setzte am Ende der neue Österreichische Staatsmeister. Mit 84 Jahren bewies er gemeinsam mit seiner Crew eindrucksvoll, dass Erfahrung, Übersicht und perfektes Teamwork im Drachensegeln oftmals wichtiger sind als reine Kraft. Eine beeindruckende Leistung, die von allen Teilnehmern mit großem Respekt gewürdigt wurde.

Mindestens genauso beeindruckend wie die Regatta selbst war die Gastfreundschaft des Union-Yacht-Clubs Attersee. Mein Freund Bernd Doll, Präsident der Österreichischen Drachen-Klassenvereinigung, führte gemeinsam mit seinem Organisationsteam mit viel Herzblut durch die Veranstaltung. Zusammen mit seinem Team sorgte er für ausgezeichnete Verpflegung, beste Stimmung und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm – von morgendlichem Yoga und Pilates bis zu geselligen Abenden im Clubhaus. Genau diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und gelebter Freundschaft macht den besonderen Charakter des Attersees aus.

Am Ende stand nicht nur eine hervorragend organisierte Staatsmeisterschaft, sondern auch ein starkes Zeichen für den Münchner Yacht Club. Mit vier Mannschaften auf internationalem Parkett hat der MYC einmal mehr gezeigt, dass unser Club weit über den Starnberger See hinaus sportlich vertreten ist. Solche Regatten bringen nicht nur seglerische Erfahrungen, sondern schaffen Freundschaften, die weit über die Ziellinie hinausreichen.

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Wiedersehen auf dem Wasser. Im Oktober steht wieder der HDW Cup am Gardasee an, packt noch einmal die Badehose ein und genießt die letzten Sonnenstrahlen vor dem Winterlager!

Euer Roman

Fotos: Tanja Jonsson


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