Anfang März hatte ich die Gelegenheit, am Primo Cup im Yacht Club de Monaco (5.–8. März) teilzunehmen – auf einer Schweizer J/70, mit dem ich bereits international unterwegs bin. Es war dasselbe Boot, mit dem ich bereits bei der J/70-Weltmeisterschaft 2025 gesegelt bin (mehr dazu am Ende des Artikels).
Die Primo Cup ist eines der traditionsreichsten One-Design-Events im Mittelmeer und findet jedes Jahr in Monaco statt. Sie gilt für viele Teams als früher Gradmesser der Saison und zieht sowohl Corinthian- als auch Profi-Teams an. In diesem Jahr waren die Klassen J/70, Smeralda 888, Longtze Premier und Cape 31 vertreten – wobei letztere mangels ausreichender Teilnehmerzahl (nur zwei Boote) nicht an den Wettfahrten teilnahmen.
Der Donnerstag war von starkem Wind (ca. 20 Knoten) und Welle geprägt, weshalb das geplante Practice Race abgesagt wurde. Während die meisten Teams im Hafen blieben, gingen wir am späten Nachmittag dennoch zum Training aufs Wasser.
Am Freitag herrschten extreme Bedingungen mit 25–30 Knoten Wind und rund zwei Metern Welle. Es war ein unglaublicher und zugleich sehr spaßiger Tag – eines der absoluten Highlights der gesamten Veranstaltung. Das Foto unten gibt einen sehr guten Eindruck dieser Verhältnisse. Beim Surfen auf den Wellen kamen die Boote immer wieder ins Gleiten, teilweise mit deutlich aus dem Wasser ragendem Kiel. Gesegelt wurden zwei sehr anspruchsvolle Wettfahrten, bei denen rund ein Viertel der Teams die Rennen nicht beenden konnte. Wir segelten beide Wettfahrten durch, erreichten eine maximale Bootsgeschwindigkeit von 14,8 Knoten und hatten lediglich eine Broach – ein solides Ergebnis, insbesondere da unsere Crew in dieser Konstellation zum ersten Mal gemeinsam segelte. Bemerkenswert war zudem, dass unter diesen Bedingungen weder Masten brachen noch Segel oder Gennaker zerstört wurden – etwas, das mich persönlich überrascht hat.
Allerdings blieb es für uns nicht ganz ohne Schäden: Unsere Sprayhood gab bereits bei der ersten Welle nach, und nach jeder Wettfahrt mussten wir jeweils zwei Eimer Wasser aus dem Boot schöpfen. Zudem kam es in der Flotte mindestens zu einem „Man-overboard“-Vorfall.
Am Samstag ließ der Wind deutlich nach, und es konnten drei Wettfahrten unter moderateren Bedingungen gesegelt werden. Am Sonntag folgten eine vollständige sowie eine verkürzte Wettfahrt, ebenfalls bei ruhigeren Verhältnissen, sodass diese Tage im Vergleich zum Freitag eher unspektakulär verliefen.
Am Ende belegten wir Rang 25 von 42 gestarteten Teams. Insgesamt war die Primo Cup eine wertvolle Gelegenheit, sich früh in der Saison mit internationalen Teams zu messen und unter sehr unterschiedlichen Bedingungen zu segeln.
Rückblick: J/70-Weltmeisterschaft 2025 in Buenos Aires
Ich hatte die Möglichkeit, mit diesem Schweizer Boot im Oktober 2025 bei der J/70-Weltmeisterschaft in Buenos Aires zu segeln. Die WM ist das wichtigste jährliche Event der Klasse und zieht ein sehr starkes internationales Feld aus Profi-, Semi-Pro- und Corinthian-Teams an.
Das Revier hat sein Versprechen gehalten: viel Wind, schokoladenbraunes Wasser mit kaum mehr als 2 cm Unterwassersicht sowie eine sehr kurze, steile Welle, die laut Profis so nur noch vor Kopenhagen zu finden ist. Diese Wind- und Wellenbedingungen machten das Segeln besonders anspruchsvoll und physisch intensiv: Wenn man die Welle nicht richtig erwischte, knallte das Boot regelrecht in die nächste und verlor dabei massiv Geschwindigkeit. Eigentlich hatten wir uns auf die für die Region typischen 20–25 Grad gefreut, mussten uns jedoch mit maximal 15 Grad zufriedengeben und die Thermoausrüstung entsprechend einsetzen.
Zwei Dinge haben mich dabei besonders überrascht: Zum einen die sehr gute Organisation und die Geschwindigkeit der Bootsinspektionen – wir waren in nur etwa 20 Minuten komplett durch. Zum anderen war ich beeindruckt, wie bodenständig und zugänglich viele der Profi-Segler trotz ihres hohen Niveaus waren; ich hatte die Gelegenheit, mich mit einigen von ihnen auszutauschen.
Mein persönliches, unvergessliches Highlight: An der ersten Luvtonne im ersten Rennen waren wir vor einem Profi-Team – gesteuert von einem TP52-Steuermann.
Nach der 10. Wettfahrt lagen wir auf Platz 52, mussten jedoch nach einem Protest auf Rang 56 von 71 zurückfallen.
Next stop: J/70 Corinthian-Weltmeisterschaft 2026 in Marseille (23.–30. Mai), wieder mit dem Schweizer Team.
Bericht: Walter Saettone
Fotos: Walter Saettone, Yacht Club Monaco, Claudio Cambrio, YCA Mathias Capizzano
