News / Coup d’Hiver in Cannes – eine Wettfahrt, viele Geschichten

Während in München am 3. Dezember die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt lagen, machte ich mich allein auf den Weg Richtung Côte d’Azur – den Drachen im Schlepp, die Heizung im Auto auf Anschlag, und der Kopf voller Vorfreude auf das erste Winterevent der Saison.

Als ich am Abend in Cannes ankam, versank die Stadt im goldenen Licht des Sonnenuntergangs. Kurz darauf trudelten auch meine Mitsegler ein: Armin Vigier und unser mexikanischer Taktiker Mauricio Miranda – beide voller Energie, beide direkt aus dem Flugzeug aufs Event eingestimmt.

Der Genua-Moment – ein Klassiker für die Clubchronik

Am nächsten Morgen lag die White Princess startklar im Hafen. Na ja … fast.
Beim Setzen der Genua tat sich nämlich – nichts. Das Fall klemmte irgendwo im Rigg fest, und für einen kurzen Moment malten wir uns schon das Worst-Case-Szenario aus: „Mast legen?“ – eher ungern, so kurz vor dem Rennen.

Dann schlenderte Hart Mark (GBR) vorbei, schaute uns an und sagte trocken:
„Löst kurz die Unterwant – dann rutscht das schon.“ Gesagt, getan. Eine Drehung an der Wantenspannung, und zack – die Genua lief wie geschmiert. Wir sahen uns an, lachten und wussten: Das wird eines dieser Wochenenden, aus denen man Geschichten mit nach Hause nimmt.

Freitag – Sonne satt, Wind: Fehlanzeige

Der erste Regattatag bot perfekte Postkartenbedingungen – allerdings ohne segelbaren Wind. Wir drifteten über ein glattes Mittelmeer wie über Glas. Sonnenbrillen an, Erwartungen gedämpft.
Die Wettfahrtleitung blieb geduldig. Wir auch.

Samstag – endlich Regatta!

Am Vormittag regte sich endlich eine leichte Brise.
Ein kurzes Rennen konnte gestartet werden – das einzige des gesamten Wochenendes.

Das Feld von 16 Booten (u. a. Frankreich, England, Finnland, Dänemark, Irland, Schweiz – und nur ein einziges deutsches Boot, nämlich wir) lieferte sich ein feines, technisches Leichtwind-Match.

Die offiziellen Ergebnisse:
Platz 13 für die White Princess – solide, aber vor allem verdient nach viel Geduld und guter Laune an Bord. Am Nachmittag warteten wir im Hafen lange auf neuen Wind. Er kam nicht. Dafür kam der nächste Programmpunkt:

Samstagabend – das legendäre Galadinner

Unser ehemaliger International President Gérard Blanc hatte geladen – und der Abend wurde zu einem Highlight. Es wurde gelacht, gefeiert, erinnert …

Und dann stellte sich heraus, dass der Herr neben uns am Tisch kein Geringerer war als der schottische Wissenschaftler, der in den 1990ern das berühmte Klonschaf „Dolly“ erschaffen hatte.
Manchmal schreibt der Segelsport die besten Zufälle.

Sonntag – kein Wind, aber ein klarer Plan

Die mistralfreien, fast spiegelglatten Bedingungen blieben bestehen – keine Chance auf weitere Wettfahrten. Wir packten ein, machten die White Princess bereit für den Verbleib im Hafen von Cannes – denn: Ende Januar geht es dort weiter. Und zwar mit Sonne, 15–16 Grad und bestem Revier!

Fazit:

Ein Wochenende voller Begegnungen, Geschichten, Panoramamomente – und einem Drachen, der jetzt geduldig in Cannes auf seinen nächsten Einsatz wartet.
Wir waren das einzige deutsche Boot im Feld – und sind umso motivierter, im Januar stärker und zahlreicher zurückzukommen.

Aufruf an alle Drachenteams aus München:

Wer hat Lust, im Januar mit uns im Mittelmeer zu segeln? Sonne, 16 Grad, türkisblaues Wasser und ein unvergleichliches Revier warten auf euch. Meldet euch – die White Princess freut sich auf Gesellschaft!

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