Vom 18. bis 20. September versammelten sich 18 Clubs der ersten Segelbundesliga zum 5. Spieltag im Potsdamer Yachtclub am Wannsee. Extrem drehende Winde sorgten dabei über das gesamte Wochenende für anspruchsvolle Bedingungen und verlangten auf dem Kurs volle Aufmerksamkeit.
Für den MYC segelten Felix Neszvescko am Steuer, Justus Ernst als Trimmer, Lenni Sienel auf dem Vorschiff und Phoebe Pawlik als Taktikerin, die zugleich ihr Debüt in der Segelbundesliga gab.
Aufgrund kurzfristiger krankheitsbedingter Ausfälle stand unsere endgültige Crew erst zwei Tage vor dem Event fest. Zwar waren wir in unterschiedlichen Konstellationen bereits gemeinsam beim Training am Gardasee unterwegs gewesen, für eine gemeinsame Einheit vor dem Spieltag blieb jedoch keine Zeit. Die Vorbereitung bestand also im Wesentlichen darin, rechtzeitig am Wannsee zu erscheinen.
Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Angesichts der spontanen Zusammenstellung hielten wir unsere Erwartungen zunächst etwas im Zaum. Davon ließen wir uns allerdings nicht abhalten, einen guten ersten Tag zu segeln. Mit einem vorläufigen fünften Platz nach den ersten Rennen stiegen die teaminternen Erwartungen dann doch ein kleines bisschen an.
Am Samstag ging es früh aufs Wasser, um vor unserem ersten Rennen zumindest eine kleine gemeinsame Trainingseinheit einzuschieben. Bei leichtem Wind übten wir fleißig Rollwenden und Rollhalsen und hatten sie nach einiger Zeit auch ganz gut eingespielt. Pünktlich zum Start entschied sich der Wannsee allerdings, dass wir diese neu erworbenen Fähigkeiten vorerst nicht mehr benötigen würden: Der Wind legte deutlich zu, mit Böen von rund 25 Knoten. Aufgrund unseres vergleichsweise leichten Crewgewichts hatten wir ordentlich zu kämpfen – und unsere frisch perfektionierten Leichtwindmanöver brachten leider nicht ganz den erhofften Wettbewerbsvorteil.
Nach einigen schwächeren Platzierungen als am Vortag ließen auch die ersten Nachfragen von Land nicht lange auf sich warten: Was war denn da plötzlich los? Am Nachmittag konnten wir uns wieder etwas nach vorne arbeiten, blieben bei den stärkeren Bedingungen aber hinter unseren Möglichkeiten vom Vortag zurück.
Am Sonntag warteten erneut Böen von bis zu 27 Knoten auf uns. Mittlerweile hatten wir gelernt, unser geringes Crewgewicht mit Achterstag, entsprechendem Trimm und absolut intensivem Hiken auszugleichen. Und das machte sich bemerkbar: Der Anfang der ersten Wettfahrt lief richtig gut und eine Topplatzierung war zum Greifen nah, bis uns ein Fehler auf dem letzten Raumschotkurs das erhoffte Ergebnis kostete – und beim Blick aufs Live-Tracking für die eine oder andere Frage sorgte.
Wir machten weiter. Nach einem noch ausbaufähigen zweiten Rennen gelang es uns schließlich, im letzten Rennen das Potenzial des Teams vollständig abzurufen – und wir fuhren einen ersten Platz ein! Ein schöner Abschluss des Wochenendes, der die Stimmung für die Heimfahrt noch einmal deutlich aufhellte.
Insgesamt beendeten wir den Spieltag auf dem 11. Platz. Damit verfehlten wir zwar knapp das nach dem ersten Tag nach oben angepasste Ziel, übertrafen aber unsere ursprünglichen Erwartungen. In der Gesamttabelle der Saison bleibt der MYC auf Platz vier.
Wir hatten viel Spaß dabei, den MYC an diesem Spieltag in Berlin zu vertreten. Ein großes Dankeschön geht an unsere Sponsoren und natürlich an alle, die uns von zu Hause aus die Daumen gedrückt haben!
Fotos: Phoebe Pawlik, DSBL
