Geschichte

Gründung

Am 28. Mai 1908 trafen sich sechs segelbegeisterte Münchner zur Gründung der 'Vereinigung Münchner Segler'. Albert Zisch war der 1. Clubvorsitzende und unterschrieb bei der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn den Pachtvertrag für das erste, rund 240 qm große Clubgrundstück, das mit einer Bade- und Schiffshütte ausgestattet war und 200 Mark Pacht im Jahr kostete. An zwei Bojen vor dem Gelände lagen die beiden ersten Boote des Vereins.

Die komplette 100-Jahre-Chronik als PDF (9 MB) zum Download!

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Auf diesem Gelände verbrachte der Club seine ersten 10 Jahre. Am 3. Oktober 1918 wurde dann der Kaufvertrag für das sog. "Pflügel-Goes'sche Anwesen" unterzeichnet. Auf diesem Gelände befindet sich der Club bis heute.

Der Kauf wurde nur dadurch möglich, dass mehrere Clubmitglieder selbst-schuldnerisch für 10 Jahre hafteten und das Clubmitglied Hans Gruß (sein Bild hängt heute an der Säule im Casino) den gesamten Kaufpreis von 200.000 Mark vorstreckte. Das Gelände war mit einer Villa (der Kern des heutigen Clubhauses) und einem Gärtnerhaus ausgestattet.

Gründer

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Albert Zisch

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Anton Dreher

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Heinz Löb

 

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Emil Bickel

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Georg Queri

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Otto Saumweber

Altes Bootshaus

Ein Hafen und ein Bootshaus mussten noch gebaut werden. Wieder sprang Hans Gruß ein und stiftete die 65.000 Mark für das Boothaus. Das alte Bootshaus, das damals als "Beibootshaus" bezeichnet wurde war im Jahr 1920 fertiggestellt. Im Jahr zuvor gründeten die Clubmitglieder die Juniorenabteilung, deren erklärtes Ziel die "Heranbildung frischer junger Leute zu schneidigen, erfahrenen Seglern" war.

Am 5. November 2015 wurde dieses historische und für die Clubgeschichte so wichtige Haus bei einem Brand leider vollständig vernichtet.

 

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Clubhaus

Die Villa, die im Jahr 1864 erbaut worden war wurde ebenfalls in dieser Zeit eingerichtet und am 21. Juli 1919 mit einem rauschenden Fest eingeweiht. Aus heutiger Sicht sind die Leistungen dieser Zeit nur schwer vorstellbar. Der erste Weltkrieg und die revolutionäre Zeit der Räterepublik prägten die Gründungszeit des MYC und forderten für die einfachsten Dinge oft enorme Anstrengungen.

 

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Sport und Gesellschaft

So hatte sich der MYC in den ersten zehn Jahren seines Bestehens von einer Herrenvereinigung zu einem sportlichen Yacht-Club gewandelt. Wegen des neuen Clubgeländes beschloß der Vorstand, das bisherige Seglerheim im Sommer 1919 aufzugeben und anschließend in das neue Anwesen umzuziehen. Die Ära des MYC an der Spitze des Sees war damit vorbei. Dem Vorstand gelang es, das bisherige Seglerhaus mit allen dazugehörigen Anbauten auf bahneigenem Grund an das neue Mitglied Ingenieur Gustav Otto zum Kaufpreis von 15.000 RM abzugeben. Der Sohn des Otto-Motor-Erfinders erweiterte dort seine 'Versuchs-Werft Starnberg' für die Produktion von Wasserfahrzeugen.

In den vergangenen 106 Jahren gab es im MYC eine ganze Reihe von namhaften Booten. Die meisten von ihnen sind jedoch bis heute in Vergessenheit geraten oder der Verbleib ist ungewiss. Nicht so Maendy II, ein 40er Schärenkreuzer, der hier am See wegen seiner Schönheit, Eleganz und Schnelligkeit immer schon für besondere Aufmerksamkeit gesorgt hat. Wer je mit dieser Yacht in Berührung kam, den ließ sie nicht mehr los. Es soll hier über ein Schiff berichtet werden, das von 1924 bis 1951 seinen Heimathafen im MYC hatte und besonders in der Zeit zwischen den Kriegen wesentlich das Segeln auf dem Starnberger See mitprägte.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und den Entbehrungen der folgenden Zeit erlebt der MYC zu Beginn der 20er Jahre einen regen Aufschwung. Der Verein mit dem herrlichen Clubhaus an der Possenhofener Straße direkt am Starnberger See gelegen, zieht immer mehr neue Mitglieder an.

Schnell verdoppelt sich die Zahl der Mitglieder und es gab immer mehr Münchner, die ihre Liebe für den Segelsport entdecken, so auch Direktor Carl Schloeder. Als er 1922 dem Club beitritt, verfügt er bereits über das 'Steuermannspatent' für Segelboote.